Die neue Canon EOS R: Die Daten, meine Gedanken & meine Meinung

Es geht Schlag auf Schlag: Kurz nach Nikons Veröffentlichung der Z-Serie folgt Canon nun mit der EOS R, die heute am 5. September 2018 vorgestellt wurde.

Wer statt des unten stehenden Textes lieber ein Video sehen möchte, findet das auf meinem YouTube-Kanal

Die Daten der Canon EOS R

Die Canon EOS R ist eine spiegellose Systemkamera mit Vollformatsensor und einer Auflösung von 30,3 MP. Damit ist sie direkter Konkurrent zur Nikon Z6 und zur Sony Alpha 7 III. Wie Nikon geht auch Canon den Weg eines neuen Bajonetts, das die Bezeichnung RF-Bajonett trägt. Dies soll, laut Canon, einen schnelleren Autofokus und eine Highspeed-Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv ermöglichen. Zusätzlich soll es den Back-Focus-Abstand verringern und die in der Bauweise kleinere Objektive ermöglichen. Für die Verwendung alter Objektive gibt es drei Adapter mit unterschiedlichen Anwendungen. Damit sollen sich die EF und EF-S Objektive ohne Kompromisse bei Leistung oder Qualität einsetzen lassen können.

Verschlusszeiten sind die mittlerweile üblichen 1/8000s bis 30s plus Bulb, der ISO-Bereich liegt bei 100 bis 40.000 (erweiterbar auf 102.500). Die Bildwiederholrate liegt bei max. 8 Bildern/Sek. Mit dem neu entwickelten Dual Pixel CMOS AF System und dem 24-105 mm F4-Objektiv soll die Kamera in nur 0,05 Sekunden fokussieren. Der Sucher besteht aus einem OLED-Display mit 3,69 Mio. Bildpunkten, zusätzlich gibt es ein klappbares 3,2 Zoll Touchscreen-LCD mit 2,1 Mio. Bildpunkten.

Das leere Gehäuse wiegt ca. 580 g und ist staub- und spritzwassergeschützt. Für die Konnektivität sorgen WLAN, Bluetooth und USB 3.1. Die Canon EOS R hat einen Speicherkartenslot für SD/SDHC/SDXC-Karten. Der Akku soll für bis 370 Bilder reichen, dazu soll es einen Batteriegriff als Zubehör geben. Optional soll wird ein GPS-Empfänger angeboten.

Videos kann die Canon EOS R in 4k mit 30 fps, in Full HD mit 60 fps aufnehmen. Für ein optimales Color Grading gibt es für Videoaufnahmen einen speziellen Canon-Log mit 12 Stufen Dynamikumfang.

Zum Start wird es zwei Varianten zu kaufen geben: Einmal nur den Body zum Preis von 2.499€ und einmal als Kit mit dem 24-105 mm F4 für 3.499€. Die Canon EOS R soll ab dem 9. Oktober 2018 ausgeliefert werden.

Vier RF-Objektive zum Start

Zum Start der Canon EOS R sind vier neue Objektive für das RF-Bajonett verfügbar:

  • 28-70 mm F2 L USM
  • 50 mm F1.2 L USM
  • 35 mm F1.8 Macro IS STM
  • 24-105 mm F4 L IS USM

Hier verhält es sich, wieder ähnlich wie bei Nikon, dass man zum Start einige Standard-Brennweiten bedient.

Meine Gedanken & meine Meinung

Interessant, in welchem kurzen Abstand Nikon und Canon ihre spiegellosen Kameras vorgestellt haben. Ich habe keine Verschwörungstheorien, halte das aber für keinen Zufall. Entweder hat Nikon versucht noch schnell vor Canon sein Feuerwerk zu zünden, oder Canon zieht jetzt möglichst schnell hinterher. Interessant finde ich auch, wie ähnlich sich doch die Canon EOS R und die Nikon Z6 sind. Natürlich gibt es Unterschiede bei beiden Kameras, aber im groben könnten es Schwestern sein. Gespannt bin ich auf die ersten Tests, ob der Autofokus wirklich so schnell ist bzw. Unter welchen Bedingungen.

Auch wenn sich die Leute im Internet wieder zerstreiten werden und mächtig rumtrollen: Ich denke, das beide Kameras (also Canon EOS R und Nikon Z6) in Punkto Bildqualität auf gleich hohem Niveau sind. Den Unterschied macht wieder die persönliche Vorliebe von Marke, Bedienbarkeit und Handling…und natürlich vorhandenem Objektivpark. Wie ich schon im Video zur Nikon Z6/Z7 gesagt habe: Konkurrenz belebt das Geschäft. Sony hat nun bereits zwei Mitstreiter am Markt und wird seine Kameras unter diesem Aspekt auch weiterentwickeln müssen.

Ich bin gespannt, ob und was Sony in Zukunft aus dem Hut zaubern wird. Gestern habe ich bereits über ein Gerücht gelesen, dass Sony am 14. September ein Vorstellungs-Event plant. Es kann sich hierbei aber auch um ein anderes Produkt handeln, wie z.B. einen Camcorder. Warten wir es ab…

Einen Tipp noch zum Schluss: Wenn Du eine Kamera hast, die gut funktioniert, gute Bilder macht und Du gut damit klar kommst, dann überlege Dir gut, ob Du jetzt schon auf ein neues System wechselst. Sicherlich wird da in der nächsten Zeit noch einiges passieren und man muss nicht immer den neusten Kram haben…oder?