Vorstellung der Nikon Z6 und Nikon Z7 – Muss man sie haben?

Heute am 23.08.2018 hat Nikon in einem Liveevent seine neuen spiegellosen Vollformat-Kameras Nikon Z6 und Nikon Z7 vorgestellt.

Wer statt des unten stehenden Textes lieber ein Video sehen möchte, findet das auf meinem YouTube-Kanal

Nikon selbst hat dazu ja in den letzten Wochen schon einige Bilder geteasert, und damit im Internet einen kleinen Hype und viele Spekulationen ausgelöst. Der japanische Hersteller hat sich lange mit dem Marktstart einer Vollformat-Systemkamera Zeit gelassen und hier Sony mit den Modellreihen Alpha 7 und Alpha 9 bisher den Markt überlassen…und ja, Leica, die zähle ich aber jetzt mal nicht hierzu. Aufgrund von steigenden Marktanteilen von spiegellosen Kameras blieb Nikon auch nichts anders übrig, als eine Systemkamera zu entwickeln. Der Anteil von spiegellosen Kameras liegt weltweit bei ca. 30%, in Deutschland sollen es sogar um die 50% sein.

Die vorgestellten Kameras und Objektive

Ich möchte euch jetzt nicht mit einzelnen technischen Daten quälen, die könnt ihr bei Bedarf auf der Webseite von Nikon nachlesen. Deswegen nur ein paar Eckdaten:

Die Nikon Z6 und Nikon Z7 besitzen ein neu entwickeltes Z-Bajonett, das mit einem Adapter voll kompatibel zu den AF-S Objektiven des F-Bajonetts ist. Laut Nikon war ein neues Bajonett nötig, um kleinere und kürzere Objektive entwickeln zu können und um größere Blendenöffnungen zu realisieren. Ein Objektiv mit Blende 0,95 ist bereits für 2019 angekündigt. Die Sensoren beider Kameras sind eine Eigenentwicklung von Nikon. Die Z6 hat eine maximale Auflösung von 24,5 Megapixeln, die Z7 von 45,7 Megapixeln. Die Nikon Z6 hat eine Bildwiederholrate von max. 12 Bildern pro Sekunde, bei dem Modell Z7 sind es (aufgrund der höheren Auflösung) noch max. 9 Bilder pro Sekunde. Beide Kameras besitzen einen bildstabilisierten Sensor und haben ein wetterfestes Gehäuse. Auf der Oberseite befindet sich auf beiden Kameramodellen ein OLED-Display zur Anzeige der wichtigsten Einstellungen. Die beiden Modelle haben nur einen Speicherkartenslot und in dem heute ausschließlich die teuren XQD-Karten Platz finden. Der elektronische OLED-Sucher ist mit über 3 Mio. Bildpunkten sehr hochauflösend. Das Menü ist ähnlich zu den bisherigen DSLRs und wurde ein wenig aufgehübscht

Beide Modelle können 4k-Videos mit eine max Bildrate von 30 fps aufnehmen, in Full HD sind es sogar max. 120 fps. Video können für ein nachträgliches Colorgrading im neuen flachen N-Log-Format aufgenommen werden

Die Nikon Z7 wird ab Ende September 2018 zu einem Preis ab 3.850 Euro, die Z6 ab Ende November 2018 für ab 2.450 Euro erhältlich sein. Zum Start wird es drei Objektive aus der Z-Serie geben: Das Nikkor Z 24-70 mm mit Blende 4, das Nikkor Z 50mm mit Blende 1.8 und das Nikkor Z 35 mm auch mit Blende 1.8. Weitere Objektive wurden für die nächsten Jahre angekündigt

Meine persönliche Meinung

Genug von Fakten, kommen wir zu meinen persönlichen und emotionalen Gedanken: Als erstes muss ich sagen, dass mir der Hype um diese (aber auch andere) Kameras zu viel ist. Ja, Nikon geht einen neuen (und aus meiner Sicht richtigen) Schritt und rührt ordentlich die Werbetrommel. Letztendlich sind es aber nur zwei teure Kameras, die einem Fotografen, der mit seiner jetzigen Kamera zufrieden ist, gar nicht erst an einen Wechsel denken lassen sollten. Ach ja: Zwei neue Kameras sind nun wieder Anlass, dass sich Leute in den sozialen Medien streiten und sich gegenseitig beschimpfen. Ich habe heute morgen nur kurz ein paar Sachen gelesen und musste echt den Kopf schütteln. Ich verstehe es einfach nicht…

Aber zurück zur den Nikon Z-Kameras: Ich finde es gut, dass es nun einen direkten Konkurrenten zu Sonys Systemkameras gibt. Das belebt das Geschäft und fordert Sony vielleicht noch ein wenig mehr. Ich hoffe, dass wir Fotografen davon profitieren werden. Die neuen Kameras als solche hören sich sehr interessant an. Ich als langjähriger Nutzer von Nikon-Spiegelreflexkameras (25 Jahre) hatte vor ein paar Jahren immer auf so einen Schritt von Nikon gewartet. Letztendlich bin ich zu Sony gewechselt und damit auch sehr glücklich. Wäre ich noch bei einer DSLR, könnte ich mir einen Wechsel zu Nikon Z7 durchaus vorstellen.

Ich bin mir unschlüssig, ob die Bedienbarkeit besser ist, als bei den oft kritisierten Sony-Kameras. Das wird sich sicherlich erst in den ersten Tests zeigen. Ich komme mit Sony gut klar, auch wenn das Menü mir oft unlogisch erscheint. Die drei Standard-Z-Objektive zum Start finde ich etwas schwach. Klar kann man mit dem FTZ-Adapter die alten Objektive nutzen, das macht die Kamera aber wieder schwerer und größer. Und was hat sich Nikon bei der Wahl der Speicherkarten gedacht? XQD? Ehrlich? 64 GB kosten gerade eben bei Amazon 177 Euro, eine vergleichbare SDXC-Karte 131 Euro. Sind doch nur 46 Euro Unterschied? Dann kauf mal 10 Karten… Und SDXC werden einige schon haben. Das Design der beiden Kameras finde ich unaufregend, was für mich aber okay ist. Irgendwie erinnern mich aber die beiden Modelle an die Sony Alpha 9, oder?

So, dass war mein Beitrag und meine Meinung zur Nikon Z6 und Nikon Z7. Das sind sicherlich zwei tolle Kameras, bei denen sich aber jeder selbst überlegen muss, ob sich diese Anschaffung lohnt. Die Bildqualität ist sicherlich hervorragend, ist sie bei anderen Kameras auch.